Der Marktwert einer Immobilie ist keine feste Größe, sondern das Ergebnis einer methodischen Einschätzung. Drei Verfahren haben sich in der Praxis etabliert, jedes mit eigenen Stärken und Einsatzgebieten.

1. Das Vergleichs­wert­verfahren

Hierbei wird der Wert einer Immobilie anhand tatsächlich erzielter Verkaufspreise vergleichbarer Objekte in der Umgebung ermittelt. Grundlage sind die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse.

Praxistipp

Für Eigentumswohnungen und Reihenhäuser in Wohngebieten mit ausreichender Vergleichsbasis liefert diese Methode in der Regel die marktnächsten Ergebnisse.

2. Das Ertrags­wert­verfahren

Bei vermieteten oder gewerblich genutzten Immobilien steht der erzielbare Ertrag im Vordergrund. Der Wert ergibt sich aus der Kapitalisierung der nachhaltig erzielbaren Mieteinnahmen abzüglich Bewirtschaftungskosten.

3. Das Sach­wert­verfahren

Bei individuellen, wenig vergleichbaren Objekten – etwa Villen mit besonderer Architektur oder Spezialimmobilien – wird der Wert über die Herstellungskosten von Grundstück und Gebäude ermittelt, angepasst um Alterswertminderung.

Welche Methode passt zu Ihrer Immobilie?

ObjekttypEmpfohlene Methode
Eigentumswohnung, ReihenhausVergleichs­wert­verfahren
Vermietetes MehrfamilienhausErtrags­wert­verfahren
Individuelle ArchitektenvillaSach­wert­verfahren

Eine belastbare Einschätzung kombiniert in der Praxis häufig mehrere Verfahren und gleicht sie mit aktuellen Marktdaten ab.

Häufig gestellte Fragen

Welche Bewertungsmethode ist die genaueste?

Es gibt keine pauschal 'beste' Methode – entscheidend ist, welches Verfahren zum jeweiligen Objekttyp passt. Für selbstgenutzte Wohnimmobilien liefert das Vergleichswertverfahren meist die realistischsten Ergebnisse.

Was kostet eine professionelle Immobilienbewertung?

Ein Kurzgutachten liegt meist zwischen 300 und 800 €, ein vollständiges Verkehrswertgutachten nach ImmoWertV zwischen 1.500 und 3.000 €, abhängig von Objektgröße und Komplexität.